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17.03.2019

Das Leben darf leicht sein

Wie jetzt? Das Leben darf leicht sein? Das verstehe ich nun nicht. Immer und überall wird einem doch das Gegenteil gesagt: „Nur wer hart arbeitet, hat Erfolg. Ohne Fleiß kein Preis. Das Leben ist ein Kampf. Es ist schwierig, glücklich und erfolgreich zu sein. Wenn du wirklich etwas erreichen willst, musst du mindestens 40, 50 oder mehr Stunden pro Woche arbeiten, usw.“ Und irgendwie hat man auch ständig das Gefühl, dass man nicht genug tut, dass es einfach nicht reicht, was man macht. Es ist scheinbar immer zu wenig. „Die Kollegin oder der Kollege macht einfach mehr, kein Wunder, dass sie oder er viel erfolgreicher ist, mehr verdient und eine schönere und größere Wohnung hat. Ich muss mich einfach noch mehr anstrengen, dann kann ich das auch haben und es im Leben zu etwas bringen. Aber eigentlich fühl ich mich total müde und erschöpft. Ich würde das Leben gerne mal genießen und mit Freude und Leichtigkeit gestalten.“

Wer hindert dich eigentlich daran? Wer erlaubt es dir nicht, ein leichtes, erfülltes und möglichst stressfreies Leben zu leben? Sind das wirklich all die äußeren Lebensumstände wie Miete, Sorge für die Familie, Raten für den Kredit oder das Auto, Urlaubsreisen, Schuhe, Klamotten, neues Smartphone, Fernseher, Computer usw.? In den allermeisten Fällen lautet die Antwort wohl „nein“. Wenn deine äußeren Lebensumstände nicht wirklich extrem sind, dann bist es in der Regel du selbst, die oder der sich ein leichtes Leben nicht erlaubt. Weil wir alle glauben und so konditioniert sind, dass das Leben in gewisser Weise anstrengend und schwer sein muss und alles sehr auf Arbeit und die materielle Welt fokussiert ist. Wir sind so stark mit unserem Beruf, unserem Job und dem daraus resultierenden Erfolg oder Nichterfolg identifiziert, dass wir uns von all den Dingen selbst abhängig machen und oft vergessen, dass wir Menschen sind, deren Hauptsinn es ist, zu leben und zu sein. Selbst in der Freizeit können wir nicht mehr stillsitzen und müssen immer etwas unternehmen oder tun, ansonsten macht alles scheinbar keinen Sinn oder das schlechte Gewissen plagt uns.

Status, Beruf, äußere Gegenstände wie Haus/Wohnung, Auto, Vermögen und Besitz haben einen solch hohen Stellenwert, dass wir ständig irgendetwas hinterherrennen und versuchen ein Ziel im Außen zu erreichen. Und dabei bleibt nicht selten unser Leben auf der Strecke. Wir sind komplett oder zumindest teilweise damit identifiziert, was wir tun, leisten oder haben. Das Ego hat eindeutig die Oberhand und wir verkennen, wer wir eigentlich sind – nämlich in erster Linie Menschen, die schon unendlich wertvoll und liebenswert sind, ohne dass wir etwas Bestimmtes tun, erreichen oder besitzen müssen.

Ist dir schon mal aufgefallen, dass die erste oder zweite Frage von einer neuen Bekanntschaft meistens ist: „Was machst Du (beruflich)?“ Das allein zeigt schon, welch hohen Stellenwert das WAS in unserer Gesellschaft hat und das WIE erst an zweiter oder gar letzter Stelle kommt. Das „Wie fühlst du dich, wenn du das oder jenes tust?“ ist für viele nicht mehr relevant, es zählt nur das Ergebnis. Dabei ist unser Lebensgefühl essentiell dafür, ob wir glücklich oder unglücklich und ob wir im Frieden oder Unfrieden sind. Und trotzdem läuft die Mehrheit unserer Gesellschaft ständig irgendwelchen äußeren Zielen hinterher – es muss immer noch mehr sein, schneller, weiter, höher. Und plötzlich ist man völlig gefangen in den Zwängen des Materialismus und der äußeren Welt und immer darauf bedacht, noch mehr Anerkennung zu erlangen für das, was man tut.

Ja, wie soll das Leben da leicht sein? Das kann es tatsächlich nicht. Wenn man ständig irgendwelchen Dingen hinterherläuft, muss das Leben schwierig und anstrengend sein, denn ist ja nie genug. Stillstand ist in der üblichen Meinung ein Rückschritt und somit wird Stille und scheinbares Nichtstun ständig abgewertet. Kein Wunder, dass kaum jemand innerlich im Frieden ist, wenn es dort nie still werden darf. Doch in Wirklichkeit sind wir so viel mehr als all die äußeren Identifikationen und das WAS, das sich nur auf das bezieht, was wir im Leben haben oder erreichen.

Wie kann das Leben also leicht sein oder zumindest leichter werden? Indem du anfängst, dich von all den äußeren Identifikationen und Zwängen zu lösen. Indem Du erkennst, dass du mehr bist, als das, was du hast oder erreichst. Indem Du dir erlaubst, auch mal in die Stille zu gehen, nichts zu tun und einfach zu sein.

Das bedeutet nicht, dass du dich von all deinen äußeren Dingen, deinem Beruf oder bestimmten Menschen trennen musst, ganz und gar nicht. Und du darfst auch weiterhin all die schönen Dinge des Lebens genießen und würdigen. Vielleicht fängst du sogar jetzt erst an, sie voller Dankbarkeit und Wertschätzung zu sehen und all die Fülle in deinem Leben zu erkennen, wenn du nicht mehr vollständig mit ihnen identifiziert bist. Wenn du erkennst, dass dein Dasein nicht von ihnen abhängig ist und der hauptsächliche Sinn des Lebens tiefer liegt.

Indem du die Abhängigkeit von äußeren Dingen mehr und mehr loslässt und realisierst, dass du diese Dinge nicht bist, sondern allenfalls hast, machst du dich frei davon. Dann spürst du auch wieder, dass du schon wertvoll und liebenswert bist, ohne dass Du etwas Bestimmtes tust, leistest oder besitzt. Denn so wie du bist, bist du bereits vollkommen. Du bist gut, so wie du bist. Lass dir nicht ständig etwas anderes einreden, sei es von anderen oder von dir selbst bzw. deinem inneren Kritiker, der sich gerne mal in unseren Gedanken breit macht. Glaube ihm einfach nicht. Glaube generell nicht alles, was du oder die Mehrheit der Menschen denkt. Das ist nur eine Interpretation und nicht zwangsläufig die Wahrheit.

Du hast ein Recht darauf so zu leben, wie es sich für dich leicht und angenehm anfühlt. Wir leben in einer westlichen Wohlstandsgesellschaft, in der alles da ist. Das ist ein großes Privileg. Und somit hast du hier fast alle Möglichkeiten, sofern du es dir erlaubst und dich dafür öffnest. Und ja, das ist auch möglich, wenn du für andere Menschen Verantwortung trägst. Davon bin ich überzeugt. Vielleicht nicht so schnell wie bei jemandem, der alleine lebt, aber wenn du wirklich Veränderung in deinem Leben möchtest und dafür bereit bist, wirst du auch einen Weg finden. Und dann wird das Leben nicht nur für dich selbst leichter und angenehmer, sondern auch für all die Menschen, die dich umgeben. Weil du mehr im Frieden bist und dies ausstrahlen wirst. Viele der alltäglichen Sorgen, Befürchtungen und negativen Gedanken, die du aktuell hegst, werden sich nach und nach auflösen. Denn da, wo Frieden ist, haben sie keinen Platz mehr. Sie werden kapitulieren und sich zurückziehen. Vielleicht brauchst du auf diesem Weg Unterstützung und wenn das der Fall ist, ist das völlig okay. Es gibt genug Menschen, die diesen Weg bereits gegangen sind und dich gerne dabei begleiten. Sobald du dich dafür öffnest, werden sie dir begegnen.

Sag JA zum Leben und es wird JA zu dir sagen. JA, das Leben darf leicht sein, wenn du es dir erlaubst.

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