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22.03.2019

Egal, wie das Leben ist, begegne ihm mit Liebe

Das Leben so anzunehmen und zu akzeptieren, wie es gerade ist oder wie es sich gerade anfühlt, ist der Schlüssel zu innerem Frieden. Denn es bedeutet, dass du dem, was gerade ist, keinen Widerstand leistest. Du gibst dich dem Moment hin und lässt die Situation zunächst so, wie sie ist. Denn sie ist ja ohnehin schon so und es ist nicht möglich, etwas rückgängig zu machen.

Annehmen, nicht sofort Reagieren, in die Stille gehen, um dann zu spüren und zu wissen, welches die nächsten Schritte sind, die du tun kannst. Denn Hingabe an den jetzigen Moment bedeutet nicht, dass du von nun an nicht etwas daran verändern könntest. Wenn es etwas gibt, dass deine Situation verbessert, dann solltest du das natürlich in Angriff nehmen. Ganz oft ist aber auch gar keine Reaktion notwendig, wenn sich der Widerstand und die negativen Emotionen gelöst haben.

Wenn du das Annehmen sogar mit einem liebevollen Blick schaffst oder zumindest versuchst, begegnest du dem Leben mit Liebe – egal, wie es gerade ist. Du schaust liebevoll auf die momentane Situation, auch wenn sie noch so unangenehm ist und es dir schwerfällt. Sobald Liebe dabei ist und du mit Wohlwollen auf die Situation, die betroffenen Personen und dich selbst blickst, strahlst du sofort eine ganz andere Energie aus. Du kannst dann vielleicht in einem noch so unangenehmen Ereignis etwas Positives erkennen oder siehst Lösungsmöglichkeiten, anstatt dich dem negativen Gefühl komplett auszuliefern und darin zu versinken.

Wenn du den gegenwärtigen Moment akzeptierst, spürst du alles, was gerade ist und lässt es zu. Indem Du in diesen Prozess Liebe einfließen lässt, verfällst du aber nicht ins Opferdasein, das sich zum Beispiel durch vehementes und wiederholtes Klagen, Jammern, Selbstmitleid und ständige Suche nach möglichen Gründen zeigen kann. Natürlich kannst du dich jemandem anvertrauen, der dir nahe steht und mit ihr oder ihm darüber sprechen. Das ist unter Umständen sogar sehr wichtig. Je bewusster und je mehr im Frieden dein Gegenüber ist, desto besser. Dann wird sie oder er dir durch Präsenz und Zuhören helfen, den Moment so anzunehmen, wie er ist.

Mit liebevollem Blick auf die momentane Situation zu schauen bedeutet auch, nicht in die Verurteilung zu gehen. Sobald du eine Situation als „gut“ oder „schlecht“ bewertest, rückst du die Frage nach der Schuld in den Vordergrund. Entweder hat eine andere Person dann Schuld an der momentanen Situation oder du gibst sie dir selbst. Wem auch immer, das ist egal, aber Schmerz und Leid sind dann vorprogrammiert und der Weg ins Opferland ist nicht weit. Wenn du dort erst einmal gelandet bist, wird es einige Zeit brauchen bis du es wieder hinausgeschafft hast – sofern du das überhaupt willst. Erstaunlich viele Menschen sind dort nämlich ganz gern und wälzen sich ständig in ihren Problemen, Schuldfragen und Misserfolgen der Vergangenheit oder in Sorge über die Zukunft. Obwohl das nicht angenehm ist, ist es aber auch irgendwie bequem. Denn dann werden meist andere Menschen oder äußere Lebensumstände für die eigene Situation verantwortlich gemacht und die Betroffenen sagen dann gern: „Ich kann daran ja nichts ändern, weil…..“

Damit geht einher, dass man die Verantwortung für das eigene Leben abgibt. Du wartest darauf, dass irgendjemand kommt oder irgendetwas geschieht, wodurch es dir wieder besser geht, dass der „Retter in der Not“ erscheint und dich befreit. Steckst du erst einmal in diesem Dilemma, siehst du vielleicht tatsächlich keinen Ausweg oder willst ihn auch nicht sehen. Eventuell ahnst du schon, dass der Schlüssel zum Ausweg nicht bei anderen liegt, sondern bei dir selbst. Ja, er liegt vor allem in der Selbstverantwortung. Du allein bist verantwortlich für dein Leben und es ist in deiner Hand, was du damit machst. Wenn dir etwas in deinem Leben nicht gefällt und du es anders haben möchtest, dann ist es an dir, die notwendigen Schritte zu unternehmen. Das kann dir keiner abnehmen. Natürlich kann dich jemand dabei begleiten, dich unterstützen, dir helfen und die nötigen Impulse geben. Aber die Verantwortung, dass tatsächlich etwas geschieht, liegt einzig und allein bei dir und je eher du das annehmen kannst, desto einfacher wird es, dein Leben in die gewünschte Richtung zu lenken.

Und auch hier ist ein liebevoller Blick zu empfehlen, vor allem auf dich selbst. Verurteile dich nicht dafür, dass deine Lebenssituation gerade so ist, wie sie ist, auch wenn sie dir nicht gefällt. Versuch sogar dankbar dafür zu sein, dass du eine Chance erhältst, dein Leben in die Hand zu nehmen und Schritt für Schritt in eine neue Richtung zu lenken. Und du tust gut daran, wenn du die Chance ergreifst. Andernfalls verschiebst du sie nur auf einen späteren Zeitpunkt, denn das Leben wird nicht aufhören, dir diese Möglichkeiten anzubieten, in welcher Form auch immer. Vielleicht denkst du aber auch, dass du noch Zeit brauchst. Dann wirst du die Zeit bekommen, musst dann aber damit leben, dass du noch eine Weile im unangenehmen Lebenszustand verweilst.

Möglicherweise sagst du: „Ich kann mein Leben nicht liebevoll betrachten oder gar annehmen – und mich selbst auch nicht.“ Das gibt es häufig und ich konnte das auch sehr lange Zeit nicht. Es ist ein Zeichen dafür, dass Du zu wenig Liebe für dich selbst hast. Es fehlt an Selbstliebe und folglich auch an Liebe für andere oder äußere Situationen und Ereignisse. Wenn in dir keine oder nicht genug Liebe ist, wie soll sie dann im Außen sein? Kannst du in den Spiegel schauen und zu dir glaubhaft sagen „Ich liebe dich“?

Um in die volle Liebe für dich selbst zu kommen, ist womöglich Vergebungsarbeit notwendig. Wenn du anderen oder dir selbst noch Schuld an vergangenen Ereignissen und deiner jetzigen Lebenssituation gibst, blockierst du dich selbst. Bedingungslose Liebe und innerer Frieden sind dann nahezu unmöglich. Vergeben heißt nicht, dass du Dinge gutheißt, die jemand tatsächlich falsch gemacht hat oder womit großer Schmerz und tiefes Leid verursacht wurde. Du vergibst in erster Linie für dich selbst, damit du frei wirst und du dich von Wut und Traurigkeit, Ärger und Groll lösen kannst und Freude, Liebe und Frieden einziehen dürfen.

All das ist wandelbar. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung. Wer bereit ist zur inneren Arbeit, wird belohnt mit Lebensfreude, Liebe und Gesundheit. Es ist ein Weg, vielleicht auch ein längerer Weg, aber es ist dein Weg und der kann dir von niemandem abgenommen werden. Es ist wohl der einzig wirksame und nachhaltige Weg, wenn du voll und ganz mit Liebe auf dein Leben blicken willst – egal, wie es gerade ist.

In diesem Sinne, alles Liebe für Dich!

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